Wildbienen

Beim Thema Bienensterben werden in der Öffentlichkeit gern viele Arten in einen Topf geworfen. Die westliche Honigbiene (Apis mellifera) ist mittlerweile domestiziert und hat in unseren Breiten kaum noch Überlebenschancen in freier Wildbahn. Das heißt, sie ist an den Menschen gebunden. Sicher spiegelt auch die Honigbiene mit ihren Krankheiten und Ausfällen das wider, was in unserer Landschaft und Landwirtschaft passiert und das ist besorgniserregend. Der Imker sorgt jedoch für eine ausreichende Versorgung der Honigbienen mit Nektar durch die Wahl des Standplatzes der Beuten. 

Die Wildbienen hingegen, wowon es in Deutschland allein über 580 Arten gibt (die westliche Honigbiene ist nur eine Art!), sind auf sich selbst gestellt. Nur wenige Arten leben sozial. Dazu zählen die Hummeln und einige Arten der Furchenbienen. Der größte Teil der Wildbienen lebt solitär, das heißt sie bauen ihre Nester ohne Hilfe von Artgenossen. Je nach Art leben die Tiere vier bis acht Wochen. Im Laufe ihres Lebens baut das Weibchen allein 4–30 Brutzellen und versorgt sie mit allem, was die Larve zum Gedeihen braucht. Laut Deutscher Wildtierstiftung sind 52,2% der von den in der Roten Liste (Stand 2011) erfassten Bienenarten in ihrem Bestand gefährdet. Aber genau diese unscheinbaren Gäste auf den Blüten sind von unschätzbarem Wert als Bestäuber und als Glied im Ökosystem. Schaut man sich diese Tiere mal genauer an, entdeckt man unglaubliche und faszinierende Anpassungsstrategien einzelner Arten. Die meisten Wildbienenarten nisten in offenen Bodenstellen oder in unbefestigten Wegen. Andere brauchen wurmstichiges Holz oder leere Schneckenhäuser, um sich darin niederzulassen. Auch geeignete Blühpflanzen, von denen sich die oft sehr spezialisierten Wildbienen ernähren können, sind knapp. Daher schaffen wir auf unseren Flächen Blühstreifen für Wildbienen! Machen Sie es auch!